Phoniatrische Schwerpunkte

Stimmstörungen (Dysphonie)

Vielfältige Ursachen können den hochkomplexen und vulnerablen Vorgang der Stimmbildung beeinträchtigen und zu einem gestörten Stimmklang, eingeschränkter Leistungsfähigkeit der Stimme sowie Missempfindungen im Hals führen. Stimmstörungen können unabhängig von Alter, Geschlecht und sozialen Status auftreten. Die Ursachen sind vielfältig und lassen sich nicht immer auf ein rein organisches, neurogenes, funktionelles oder psychogenes Problem reduzieren. Eine differenzierte und individuelle moderne phoniatrische Stimmdiagnostik ist daher unabdingbar. Grundlegende Kenntnisse der Ätiologie bilden die Voraussetzung für eine zielgerichtete konservative wie (phono-) chirurgische Therapie.

Schluckstörungen (Dysphagie)

Das Symptom „Dysphagie“ kann von einem zervikalen Globusgefühl bis hin zu einer objektivierbaren strukturell oder neurologisch bedingten schwerwiegenden, vital bedrohlichen Schluckunfähigkeit reichen. Gleichzeitig können Beeinträchtigung des Schluckvermögens zu manifesten psychosozialen Einschränkungen führen. Die zugrundeliegenden Ursachen einer Dysphagie sind vielfältig und erklären dabei häufig nur teilweise die Art und den Grad der zu erwartenden Funktionseinbussen beim Schlucken. Oropharyngeale Dysphagien erfordern daher eine weiterführende differenzierte Diagnostik.  Zu den standardisierten instrumentellen Abklärungsverfahren gehört u.a. die FEES® (flexible endoskopische Evaluation des Schluckens), welche den Schweregrad der Dysphagie ermittelt und gleichzeitig die Effizienz von therapeutischen Interventionen beurteilt.

Hörstörungen im Kindesalter

Hörstörungen im Kindesalter, vom Neugeborenen bis ins Jugendalter, können den Lautspracherwerb, aber auch die soziale, emotionale und kognitive Entwicklung des Kindes deutlich beeinträchtigen. Eine spezifische altersangepasste Hördiagnostik (Pädaudiologie), die beispielsweise bereits schon im Neugeborenenalter routinemässig erfolgt (Neugeborenenscreening), eröffnet die Chancen einer rechtzeitigen Rehabilitation des betroffenen Kindes, um beste Voraussetzungen für die Entwicklung zu schaffen.

Sprachentwicklungsstörungen

Die Kommunikation, das Sprachverständnis, der Wortschatz und die Laut-, Wort- und Satzbildung können zeitlich und inhaltlich vom normalen kindlichen Spracherwerb abweichen.  

Zentrale Sprach- und Sprechstörungen

Elementare Kenntnisse der oro-pharyngo-laryngealen Anatomie und der Funktionsprinzipien des peripheren und zentralen Nervensystems sind Voraussetzung, um beispielsweise Sprachstörungen (Aphasie), Störungen der expressiven Sprechstimmleistung (Dysarthrophonie), Koordinationsstörungen beim Sprechen (Entwicklungsdyspraxie; Apraxie) zu diagnostizieren und zu therapieren.

Redeflusstörungen

Störungen des Redeflusses können durch Unterbrechungen, Dehnungen, Pausen, Wiederholungen und Einschübe gekennzeichnet sein.  Zu dieser Gruppe gehören entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeiten, Stottern und Poltern.

Rhinophonie

Veränderungen des nasalen Stimmklangs können in Sinne eines offenen Näselns (Rhinophonia aperta) bedingt durch eine velopharyngeale Insuffizienz (z.B. bei Kindern mit Lippen- Kiefer-Gaumen-Spalten) nachgewiesen werden. Im Gegensatz dazu steht das geschlossene Näseln (Rhinophonia clausa).

Dysglossien

Strukturelle Veränderungen der peripheren Artikulationsorgane (z.B. nach Teilresektion der Zunge) oder Schädigungen der dazugehörigen peripheren Nerven führen je nach Lokalisation zu einer spezifischen Veränderung der Aussprache. 

Myofunktionelle Störung  

Das orofaziale System, das in Form und Funktion in einem engen Zusammenhang steht und eine Einheit bildet, kann bei Fehlfunktionen zu Veränderungen des Kiefers, der Zahnstellung, des Gaumens und zu Artikulationsstörungen führen.

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